Ernst Platt

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Platt
BURN-IN Ernst Platt

„Platt schafft es, tiefste Gefühle zu wecken,
die es latent wohl in allen Menschen gibt, gegen die sie sich jedoch meist als „unrealistisches Zeug“ wehren.
Und doch hat dieses „Irreale“ möglicherweise einen höheren Wirklichkeitsgrad als das banal uns Umgebende“.Wilfried Daim, Psychologe, Psychotherapeut und begeisterter Kunstsammler

 

Charakteristik und Vita

Impressionen

Ernst Platt begann 1997, am Anfang einer langjährigen Haftzeit zu malen, und zeigt mit seinen Bildern seine innersten Gedanken. Malerei ist für ihn Therapie. Er bewältigt mit der Malerei seine dramatischen Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend und seiner Haftzeit. Seit 1997 hat er mehr als 450 Bilder gemalt. Er lebt seit 2005 in Freiheit. Seit 2000 haben seine Förderer es ihm ermöglicht, an verschiedenen Ausstellungsorten wie z. B. im Festsaal der Bezirksvorstehung Mariahilf und im Stift Melk auszustellen.

Malerei IST Therapie

Warum BURN-IN

Ernst Platt hat mit seinen neuen Bildern in beeindruckender Weise zum BURN-IN Jahresthema Stellung genommen und sich mit dem „Roten Faden der Ariadne“ auseinandergesetzt. Diese thematischen Arbeiten sind ein Beispiel für gute Zusammenarbeit zwischen BURN-IN Team und Künstler. Sowohl die fast monochromen blauen wie auch die wegweisenden letzten Bilder, in denen sich eine neue Farbigkeit herauskristallisiert, waren in der Soloausstellung EINE SCHWELLE ÜBERSCHREITEN im September 2015 in der BURN-IN Galerie zu sehen.

In völlig klarer Ölmalerei präsentiert Platt seine Figuren wie auf einer Bühne. Die marmornen Körperformen wirken haptisch, fast skulptural, wie in der griechischen Plastik in Bewegung und Gegenbewegung. Sein Stil ist stark reduziert und lässt - wieder ein Vergleich aus der Skulptur - an die Arbeiten des Surrealisten Hans Arp denken, wobei Arps Skulpturen der Abstraktion näher stehen. Die Figuren von Ernst Platt bewegen sich in ihrer reduzierten Körperlichkeit im breiten Feld zwischen konkreter Kunst und Surrealismus. In einigen konstruktivistischen Bildern findet man voneinander losgelöste reduzierte und abstrahierte Körperfragmente. Gesichter kommen selten vor, die Anonymität der Figuren bleibt meist gewahrt.

Simulierte Gemeinsamkeit statt Einsamkeit kreist um Phantasien, um das Ich des Menschen und seinen Körper. Durch die Farbgebung wirken die Formen kühl, aber trotzdem erotisch.

Um den Innenraum zu vergrößern, wählt der Künstler hauptsächlich blaue Farbigkeit in seiner Flächenmalerei. Manche Körper liegen auf harten Rosten und sind durch Mauern eingeengt, andere, schwebende verweisen auf Gedanken, die nicht im Raum sind, sondern draußen.

Die Figuren sind zwar in ihrer Bewegung festgehalten, strahlen aber trotzdem konzentrierte Ruhe aus.

Die späteren Bilder verändern sich: Der Rost wird zur Matratze, die äußeren Mauern verschwinden, obwohl die Räumlichkeit erhalten bleibt. Am dunklen Nachthimmel ist der Mond zu sehen. Unterarme werden zu Säulen mit spitzen Enden, die beim Versuch der Abstützung den Anderen verletzen.

Bezugnehmend auf das BURN-IN Ausstellungsthema 2015 „Ariadnes roter Faden“ lösen sich aus der Flächigkeit farbige Elemente, die sich teilweise zu räumlichen Gebilden verschränken oder spermienartige Formen annehmen. In weiterer natürlicher Folge bildet der rote Faden die Nabelschnur, an der der Fötus hängt.

Als Endpunkt dieser Serie ist das Familienbild zu sehen, in dem Platt den roten Faden dem Bild hinterlegt. Die Mutter bleibt mit ihren Kindern zurück und bekundet mit ihrer fast animalischen Körperhaltung ihre Mutterliebe und Verbundenheit zu den drei Babys. 

Obwohl sich die Arbeiten von Ernst Platt im Laufe seiner künstlerischen Tätigkeit weiterentwickelt haben, bleibt der Künstler seinem Stil treu und schlägt einen konsequenten Weg ein.

Ausstellungen

(Auszug)

  • Galerie Violetta - 2000
  • Benefizauktion für das mobile Hospiz (Ehrenschutz Kardinal Christoph Schönborn) | Dorotheum - 2003
  • Mea Culpa | Sonderausstellung Stift Melk - 2008
  • Eine Schwelle überschreiten | BURN-IN Galerie - 2015
  • ARTMUC München 2016
  • Konstante Art Fair 2016