Creative-Placemaking

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Kultur ist kein Ornament. Sie ist das Fundament,
auf dem unsere Gesellschaft steht und auf das sie baut.
Es ist Aufgabe der Politik, dieses zu sichern und zu stärken. 

Kultur in Deutschland – Kultur als Staatsziel | Deutscher Bundestag

Prolog

Kunst, Kultur und Kreativität bereichern unser aller Leben. Das ist bekannt. Doch ihre Wirkung geht weit darüber hinaus. Seit den 1990 Jahren setzen sich viele Länder und Regionen mit Creative Placemaking auseinander und erkennen die Vorteile des strategischen Zugangs.
John Floridas Klassiker "The Rise of the Creative Class: And How It's Transforming Work, Leisure, Community, and Everyday Life" lieferte erste Insights über eine zukunftsweisende, durch eine von der Kreativwirtschaft getriebene, Standortentwicklung.
Lebens- und liebenswerte, authentische Städte mit Charme und ausgeprägter Identität ziehen Unternehmen, Bewohner und Besucher magisch in ihren Bann. Boomende, attraktive Wirtschaftsstandorte entstehen und wirken nachhaltig. Eine Zauberformel, die weltweit ihre Wirkung entfaltet.

Kultur in Europa und im Kontext der Globalisierung | die Positionierung Europas 

Im Verlauf des europäischen Integrationsprozesses ist das Bewusstsein über die Bedeutung seiner kulturellen Grundlagen gewachsen. Mit dem Vertrag von Maastricht wurde Kultur zum rechtlich verankerten Handlungsfeld der Politik der Europäischen Union. Er symbolisiert gleichzeitig den gemeinsamen Willen zur Weiterentwicklung von einer Wirtschaftsgemeinschaft zu einer auch politischen Union und Wertegemeinschaft. 

„Identität“ als Herstellung und Bestätigung eines spezifischen Bildes von Europa bedeutet nicht nur Integration nach innen.
Genauso wichtig ist es, Europa nach außen angemessen zu positionieren. 

BURN-IN vereint das fruchtbare Doppel Creative Placemaking & Kunst-Branding

Impressionen

Die BURN-IN USA Offensive 2015, die von Prof. Carl Raschke (University of Denver | Gain - Global Art & Ideas Nexus) seit über einem Jahr begleitet und maßgeblich mitgetragen wird, brachte die Expansion des von BURN-IN entwickelten Kunst-Branding Konzeptes  in Richtung Creative Placemaking. Kunst-Branding fokussiert auf die mikroökonomie Seite (Unternehmen und Organisationen). Creative Placemaking betrachtet die großen volkswirtschaftlichen Zusammenhänge auf makroökonomischer Ebene und setzt auf die nachhaltige Entwicklung von Regionen durch Ansiedelung der Kreativwirtschaft (Creative Industries), zu der auch Kunst zählt. 

Die folgenden Zahlen aus Österreich sprechen eine deutliche Sprache. Der Sektor zeichnet sich durch überproportionales Wachstum von 8 % aus, 10% aller Firmen (38.000 Unternehmen), beschäftigt 130.400 Mitarbeiter und erwirtschaften damit 18 Mrd. € Umsatz jährlich. Ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor und ein garantierter, internationaler Wertetreiber.

UNESCO | Schutz des kulturellen Erbes und Förderung von Kreativität

Culture Counts – Kultur zählt. Diese Botschaft zieht sich als Leitmotiv durch das Kulturprogramm der UNESCO. Schutz und Erhaltung des kulturellen Erbes, Bewahrung und Förderung der kulturellen Vielfalt und der Dialog zwischen den Kulturen zählen zu den Hauptaufgaben.

Die UNESCO steht für die Stärkung und Förderung der internationalen kulturellen Zusammenarbeit für eine nachhaltige Entwicklung. Kulturelle Zusammenarbeit schafft und stärkt kulturelles Selbstbewusstsein. Menschliche Kreativität ist ein weltweit verbreitetes und erneuerbares Potential. Sie speist sich aus dem lebendigen kulturellen Austausch in und zwischen Gesellschaften. Kulturelle Praxis kann Ideen, Visionen und sinnstiftende Erfahrungen durch Symbole, Begegnung und Rituale vermitteln. Kultur, Kreativität und die Anerkennung von kultureller Vielfalt eröffnen damit zugleich auch ökonomische Chancen. Sie schaffen eine reiche und vielfältige Welt. 

Die Förderung der kulturellen Vielfalt festigt die Zukunftsfähigkeit von Gesellschaften. Nachhaltige Entwicklung braucht die Fähigkeit zum Wandel, gerade auch zum Wandel von Lebenspraxis. Kultur ist daher ein strategisches Instrument für nachhaltige Entwicklungspolitik. Für Frieden und Sicherheit ist die Anerkennung von Kultur unabdingbar.

Weiterführende Informationen: http://en.unesco.org

EU unterstützt regionale Kreativität | Creative Region Upper Austria | Förderansätze und -gebiete

Es entstanden bedeutende EU Förderprogramm  für den Kultur- und Kreativsektor, die großzügig dotiert wurden. Creative Europe, ein wichtiges Leuchtturm-Projekt, läuft zwischen 2014 – 2020 ist wertvoller Impulsgeber für viele Regionen, die vom strukturellen Wandel betroffen sind. Insgesamt mit 1,5 Mrd. € dotiert, fördert es den Aufbau von starken Identitäten. Der Nutzen liegt klar messbar auf der Hand: Die regionale Standortentwicklung steigert Wirtschaftskraft und Einkommen und schafft lebendige Wohn- und Arbeitswelten. Sie ist Garant für Diversität, sichert nachhaltig Jobs und somit die ökonomische Wettbewerbsfähigkeit der Region. Die Kultur- und Kreativwirtschaft gilt darüber hinaus als bedeutender Standortfaktor – und wirkt als Motor für die Gentrifizierung ganzer Gegenden. 

Die Creative Region Upper Austria & Linz, als regionales Beispiel, wurde vor 3 Jahren ins Leben gerufen. 2014 wurde Linz zur UNESCO City of Media Arts gekürt und setzt auf diverse Leuchtturm-Projekte der Kreativwirtschaft (Ars Electronica Center, Tabakfabrik, Linz09). Linz ermöglicht als Zentrum der Medien­kunst neue Perspek­tiven und liefert damit Inno­vationen & Impulse für Kultur, Wirtschaft und Gesell­schaft. UNESCO City of Media Arts zu sein, bietet Chancen, Milieus zu schaffen, die Linz als kreative Stadt national und inter­national in Kultur, Wissen­schaft und Wirtschaft attraktiv machen. Durch die Einbindung ins Netz­werk der UNESCO Creative Cities verspricht sich Linz neue Impulse für die Entwick­lung und die Positionierung der Stadt als kreativ­wirt­schaft­liches Zentrum.

Instrumente & Maßnahmen

  • Förderung durch Raumerschließung. Neben dem vorhandenen öffentlichen kulturellen Angebot und den bestehenden Kulturwirtschaftsunternehmen einer Region sind preiswerte Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsräume ein wesentlicher kultur- und kreativwirtschaftlicher Entwicklungs- und Ansiedelungsfaktor. Stadträume und Quartiere, die in der Regel von Bevölkerungsschichten mit geringem Einkommen bewohnt werden, ziehen aufgrund des preiswerten Wohn- und Arbeitsstandortes Künstler und Kreative an und prägen so das künstlerisch-kreative Milieu. Zudem brauchen auch Künstler und Kulturschaffende öffentliche Räume und Experimentierflächen für soziale und kulturelle Initiativen. Alte Industrieflächen, vernachlässigte Wohngebiete, Eisenbahn- oder Hafenanlagen eignen sich besonders als multifunktionale Räumlichkeiten. Diese „Übergangsräume“, teilweise sogar ganze Stadteile, wurden als Experimentierflächen für außergewöhnliche Projekte entdeckt und erschlossen und entwickelten sich so zu attraktiven städtischen Quartieren. 

  • Kulturtourististisches Marketing. Ein attraktives kulturelles Angebot zieht Besucher, Bewohner und Firmen überproportional an und schafft damit Wertschöpfung und Identität.

  • Förderinstrumente und Maßnahmen
    Spezielle Wirtschaftsförderung, Umsatzsteuerreduktionen, Förderzugang für Kleinbetriebe, Zugang zu Darlehen und Bürgschaften, Nachfrage stärken, Ausführungsagenturen & Plattformen

BURN-IN IGNITE SEMINARE 

BURN-IN wendet sich mit der neuen IGNITE Seminar-Serie an Unternehmer, Führungskräfte (CEOs, Marketing, Human Ressources), Kunstverantwortliche, Regionalpolitiker und Künstler und präsentiert in einem 5 stündigen Seminar mit  kurzer Life-Kunst-Intervention, Speed Creativity via Écriture automatique, die wichtigen Grundlagen und Möglichkeiten von Creative Placemaking.

Seminar Inhalte

  • Erfahren Sie mehr über die Basics und Trends von strategischem Kunst-Branding und Creative Placemaking, wie es internationale Organisationen wie UNESCO, EU, NEFDA als auch dem US Council auf Mayors befürwortet und empfohlen haben.
  • Als Künstler erfahren Sie alles über eine erfolgversprechende, innovative Zusammenarbeit zwischen Kunstschafffenden, Unternehmen und Kommunen. Sie entwickeln ein Gefühl für interdisziplinäre, strategisch geplante künstlerische Interventionen und erkennen das enorme Potenzial  von "Kollektiven" zur Schaffung von regionalen Identitäten und Marken.
    Die öffentliche Sichtbarkeit und Wahrnehmung wird maßgeblich gesteigert, eine starke „Markenpräsenz“ für den Kunstschaffenden geschaffen.
  • Als Unternehmer oder Führungskraft entdecken Sie, dass Kunst nicht nur zur Dekoration von Wänden dient, oder Geld in die Kassen fließen lässt, sondern dass Sie auch Ihre Marktposition und Ihr Geschäftsergebnis verbessern können und vor allem auch Ihre Mitarbeiter motivieren und binden können.
  • Als Politiker entschlüsseln Sie die wichtigen Zusammenhänge zwischen nachhaltiger, regionaler Standortpolitik, die durch Kunst und Kreativwirtschaft angetrieben wird, und oberflächlichen Kunst-Aktivismus ohne Mehrwert für Gesellschaft und Kommune.  

 

BURN-IN IGNITE JOURNEY - Projektentwickler - und begleiter 

Impressionen

Aufbauend auf die IGNITE Seminare und das praxiserprobte Fist Mover Advantage Konzept des Kunst-Brandings bietet BURN-IN die mittel- bis langfristige Projektentwicklung und -begleitung von Creative Placemaking Prozessen.

Die enge, vernetzte, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kommunen, Politik, Wirtschaftsunternehmen und BURN-IN mit seinen etablierten Kunstschaffenden garantiert einen ganzheitlichen Ansatz, der Nachhaltiges für alle schafft.

BURN-IN lädt alle Interessenten auf eine zündende Creative Placemaking Reise, navigiert dialogorientiert und unabhängig durch sicherlich zeitweilig auch stürmische Gewässer, ankert an bedeutsamen Orten und erreicht schließlich den heißersehnten Hafen.

BURN-IN
Think &
Do Tank

Die BURN-IN Heldenreise orientiert sich an klassischen Storytelling-Konzepten und dem Eisberg-Modell. Bewusstes und Unbewusstes spielt eine große Rolle. Der mutige Held (Unternehmen, Kommune, Kunstschaffender) folgt dabei dem Ruf des Abenteuers, hofft auf überirdische Hilfe (BURN-IN), überschreitet eine Schwelle, verlässt die Komfortzone, besteht mehrere Prüfungen und Bewährungsproben und  erntet als Belohnung das wertvolle Elixier (regionale Authentizität, prosperierender Standort, pulsierende Stadt...)

Wiener Secession | Wiener Werkstätte | Arts & Crafts Bewegung | Bauhaus

  • Die Wiener Secession
    ist eine Vereinigung bildender Künstler in Wien aus der Zeit des Fin de siècle. Sie wurde 1897 von Gustav Klimt, Koloman Moser, Josef Hoffmann, Joseph Maria Olbrich, Max Kurzweil, Josef Engelhart, Ernst Stöhr, Wilhelm List und anderen Künstlern als Abspaltung (Secession) vom Wiener Künstlerhaus gegründet, da die Künstler den am Künstlerhaus vorherrschenden Konservatismus und traditionellen – am Historismus orientierten – Kunstbegriff ablehnten. Vorbild war die Münchner Secession. Die erste Ausstellung fand 1898 statt. Links neben der Eingangstür findet sich der Wahlspruch "Ver Sacrum" (Heiliger Frühling), der die Hoffnung auf eine neue Kunstblüte ausdrücken soll.
  • Die Wiener Werkstätte
    wurde 1903 von Hoffmann und Moser als Produktionsgemeinschaft bildender Künstler und Handwerker (ca. 100 Personen) mit dem Ziel gegründet, das Kunstgewerbe zu reformieren. Die Gemeinschaft strebte im Zusammenhang mit der Wiener Kunstgewerbeschule und der Wiener Secession eine Erneuerung der Kunst auf Basis handwerklicher Gediegenheit an. Wien sollte zum Zentrum geschmacklicher Kultur auf dem Gebiet des Kunstgewerbes werden. Das Unternehmen hatte eine klare Zielsetzung: die gesamten Lebensbereiche des Menschen gestalterisch zu vereinen, im Sinne eines Gesamtkunstwerkes.
    Künstlerische Mitarbeiter: Carl Breuer, Kohlmann Moser, Lilly Reich (Architektur), Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Gustav Klimt, Oskar (bildende Kunst & Grafik). Zusammenarbeit mit Wiener Keramik, Lobmeyr, Tiroler Glashütte, Backhausen etc.
  • Das Bauhaus
    wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule Nach Art und Konzeption war es damals etwas völlig Neues, da das Bauhaus eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk darstellte. Das historische Bauhaus stellt heute die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs dar. Das Bauhaus bestand von 1919 bis 1933 und gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der feien und angewandten Kunst. Die Resonanz des Bauhauses hält bis heute an und prägt wesentlich das Bild modernistischer Strömungen. Gründungsmanifest aus 1919: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau“. Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück! [...] Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers.“
     
  • Arts and Crafts Movement
    war Mitte des 19. Jahrhunderts bis etwa 1920  eine britische Bewegung in der Kunst, insbesondere im Produktdesign. Prominente Vertreter waren der Innenarchitekt Charles Rennie Mackintosh (Stuhl mit hoher Lehne) und der Schriftsteller und Satiriker Elbert Hubbard. Die Bewegung entstand als Suche nach einem authentischen Stil für das 19. Jahrhundert. Sie war eine Reaktion auf den Historismus der viktorianischen Ära und auf die als „seelenlos“ empfundenen Produkte der aufblühenden Industrie. Von vielen ihrer Vertreter wurden „die Maschinen“ als Wurzel allen Übels angesehen. Daraus ergab sich eine Rückbesinnung auf die Qualitäten des Handwerks. Die zentralen Merkmale – Einfachheit und ernsthafter Umgang mit dem Material – beeinflussten Bewegungen wie Art Nouveau, Wiener Sezession, Wiener Werkstätte, Deutscher Werkbund und Bauhaus.
    Die erste Ausgabe einer Zeitschrift über Kunst erschien im April 1893 unter dem Titel: The Studio: An Illustrated Magazine of Fine and Applied Art. Charles Holme und Joseph Gleeson White waren die treibende Kraft hinter dem Erscheinen der Zeitschrift. Das Hauptanliegen bestand in der Wiedervereinigung von Kunst und Kunsthandwerk mit dem Ziel, die schöpferische Vollwertigkeit des Kunsthandwerks wiederherzustellen.

Sidestep 

Der Begriff Bilbao-Effekt bezeichnet die gezielte Aufwertung von Orten durch spektakuläre Bauten von Architekten. Der Begriff geht auf die Entwicklung der nordspanischen Stadt Bilbao im Zusammenhang mit dem 1997 fertiggestellten Guggenheim Museum des US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry zurück. Vier Prämissen sind von großer Wichtigkeit: zentrale Lage, Umgebung von Gewässern, innovative & funktionale Architektur, die provokativ und spektakurlär wirkt.

Die Architektur als begehbare Skulptur ist selbst ein Kunstwerk und hat sich von ihrem Inhalt emanzipiert. Zugleich behauptet Guggenheim Bilbao eine moderne "Corporate Identity" für eine Industriemetropole im Wandel. Die Stadt ist Profiteur des Neubaus. Mehr noch. Der sogenannte "Bilbao-Effekt" hat eine ganze Region neu konstituiert. Gehrys Guggenheim Bilbao steht wie ein Architektur-Programm hinter der Vielzahl der 28 "Museumsprojekte im 21. Jahrhundert", die derzeit im Berliner Pergamonmuseum gezeigt werden.  Viele der neuen Museen sind aufgeladen von Bildern der Vernetzung und Mobilität, der Gigantomanie, des Marketings und Konsums. 

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