Transparenz + Nachhaltigkeit

10.04.2014 bis 02.05.2015
Vernissage 10.04.2014

Haupt-Reiter

Am 10. April 2014 fand der erste BURN-IN Salon im Rahmen der Ausstellung "Transparenz + Nachhaltigkeit" in der BURN-IN Galerie statt. Basierend auf die Ideen des Wiener Salons um 1900 präsentierten Sonja Dolzer und Renate Polzer 51 Arbeiten von sieben renommierten Künstlern (siehe Spalte rechts) und beleuchteten in kurzen Statements Hintergründe und Konnex zum höchst aktuellen Thema.

Mit dem neu etablierten BURN-IN Salon wollen die Initiatoren einen lebendigen Gedankenaustausch zwischen Künstlern, Kunstsammlern und Unternehmen anregen. Das informelle Kennenlernen eröffnet dabei völlig neue Sichtweisen und trägt damit nachhaltig zu einer Sensibilisierung und Wertschätzung der künstlerischen Arbeit und Positionen bei.

Auszug aus der Rede von Sonja Dolzer:

Was versteht man unter Nachhaltigkeit?

Prinzip nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.

Es geht immer um die Gleichstellung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Entwicklungszielen. Es geht um die globale Gerechtigkeit für zukünftige Generationen.

Eine der Wurzeln der Nachhaltigkeit, quasi eine Keimzelle, stammt aus der Natur. Besser formuliert aus der Waldbewirtschaftung. Denn die Benediktiner formulierten als einer der ersten im Kloster Camaldoli in der Toskana, genau dieses Prinzip der Nachhaltigkeit. Aber nicht nur in der Natur fand das Prinzip schon zeitig Anwendung, sondern auch in der Architektur bspw. bei den Indios, im alten Ägypten…

Und seit der UN Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 wurde das Thema der Nachhaltigkeit und der CSR, der Corporate Social Responsibility, salonfähig. Und es geht um nachhaltiges Wirtschaftwachstum und Nachhaltigkeitsmanagement, der Schaffung eines strategischen Wettbewerbsvorteils. Nachhaltig heißt aber auch hier, kein Greenwashing zu betreiben, quasi nur von der PR kommunizierte Aktivitäten, sondern gelebte Nachhaltigkeit aller.

Des Unternehmens, der Mitarbeiter….

Die sehr visionären Ziele von damals sind heute zumindest bei innovativen, strategisch denkenden Unternehmen und Organisationen fest verankert bzw. werden aktuell gerade auf den Weg gebracht.

Die in Deutschland initiierten Agenda 21 Prozesse (Schutz der Menschen und der Umwelt), Ökobilanzen und gut dokumentierte Nachhaltigkeitsberichte (auf definierten GRI - Global Reporting Initiative - Berichten) zeigen die von der Öffentlichkeit deutlich geforderten Lösungsansätze vor allem auch in Richtung Transparenz.

Ein schönes Beispiel für einen authentische Nachhaltigkeitsstrategie ist Bellaflora:

  1. Mit Kompetenz handeln „Grüne Nummer 1“

  2. Mit Verantwortung agieren: Mitarbeiter Umwelt, Partner, Wertschätzung

  3. Begeisterung: Faszination, Leidenschaft, Emotion, Impulse setzend - und dadurch neue Werte schaffend | als Basis alles Handelns | hoher Qualitätsanspruch

Aber auch das von BURN-IN Projekt MGI in Liezen, upwards innovativ denken, verantwortlich handeln zeigt die Möglichkeiten der künstlerischen Intervention in wichtige strategische Unternehmensprozesse. BURN-IN begleitet Unternehmen bei nachhaltigen Kunst-Branding Prozessen. Von der ersten Bestandsaufnahme, über die Konzeptionierung bis zur Realisierung. Meine Studie „Return on Culture“ zeigt die Zusammenhänge, die wir auch am Social Business Day im Künstlerhaus in Wien 2012 zum Thema Resilienzkraft stärken präsentierten. Unsere Projekte „Two in one“ und Empathie erregten die Aufmerksamkeit der Teilnehmer und vor allem auch große Unternehmen sahen das Potenzial künstlerischer Intervention auf die strategische Unternehmensführung.

Als Conclusio möchte ich Ihnen noch gerne einige Sätze von Paul Watzlawick auf den Weg geben

"Wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast,

dann wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast.

Wenn Du etwas anderes haben willst, musst Du etwas anderes tun!

Und wenn das, was Du tust, Dich nicht weiterbringt,

dann tu etwas völlig anderes - statt mehr vom gleichen Falschen!"

Diese Worte passen genau zu unserer BURN-IN Vision und unseren täglichen Arbeit. BURN-IN will Veränderungsprozesse in Unternehmen auslösen und in  Kommunikation, Unternehmenskultur und mit dem BURN-IN Kunst-Branding-Konzept nachhaltige Werte schaffen.

Künstler Info

Ambrosoli TXT

Annemarie Ambrosoli (AT)

Die gezeigte Serie symbolisiert „Gesten“ von Bäumen ohne Laub in der kalten Jahreszeit. Im Kontrast dazu steht die starke Farbgebung, die das noch vorhandene Leben in den vermeintlich abgestorbenen Ästen zum Vorschein bringt – auch als Hinweis auf die Nachhaltigkeit zu interpretieren.

Bittner-Krainz TXT

Gabriela Bittner-Krainz (AT)

Starker Kontrast von Weggeworfenem zu Wertvollem gelingt der Künstlerin in ihren Recycle-Bildern, die in Goldrahmen präsentiert werden, perfekt. Ihre Konsumkritik ist erst auf den zweiten Blick und durch das verwendete Material erkennbar. Das vermeintlich attraktive Material gebrauchter Verpackungen und anderer Abfälle wird zu neuem Leben erweckt.

La Condorita TXT

Eduvigis La Condorita (AT)

In der Serie “Semillas Argentinas” weist die Künstlerin auf ihre argentinischen Wurzeln hin. Samen enthalten alle Anlagen, um zu neuen Pflanzen heranzuwachsen – ein Hinweis auf Nachhaltigkeit aus einem anderen Blickwinkel. Zum Unterschied von Wurzeln sind Samen leicht in andere Erde zu transferieren – auch ein Symbol für die Reiselust der Künstlerin, die in Wien lebt, aber am liebsten in La Gomera arbeitet.

Rauss TXT

Ingeborg Rauss (AT)

Ihre Ordnungssysteme in Wechselwirkung mit Naturgesetzen sind in allen ihren Bildern erkennbar. Jede Schicht ihrer mehrschichtigen Arbeiten symbolisiert ein anderes Ordnungssystem. Das über allen Schichten herrschende Ordnungsprinzip ist der Raster. Deutliche Gesellschaftskritik verbindet sich in ihren Werkserien mit Bildkürzeln und reduziert figuraler Formalität.

Heidi Tschank TXT

Heidi Tschank (AT)

Als Bildhauerin arbeitet sie außer in Glas, Holz und Polyester am liebsten mit Marmor. Bei Stein ist die Nachhaltigkeit schon von Natur aus gegeben. Die Transparenz zeigt sich besonders im Laaser Marmor, aus dem die Künstlerin durch die Art der Bearbeitung und durch die wellenartigen Formen und die kristalline Erscheinung die Transparenz auch aus dem Inneren des Steins herausholt.

Two in one TXT

Two in one (AT)

Die Künstlerinnen Polzer & Schwarz bemalen und bedrucken gemeinsam ihre Leinwände. Sie teilen sich aber nicht nur die Leinwände, sondern teilen bei Verkauf den Erlös mit einem sozialen Projekt. Das Thema „Eden“ bezieht sich nicht nur auf ein Traumland, das uns allen vorschwebt, sondern soll die soziale Ader berühren, damit Eden auch für andere möglich wird.